Pressemitteilung

03. November 2011

HWWI-Rohstoffpreisindex ist gesunken

Der HWWI-Rohstoffpreisindex sank im Oktober auf US-Dollar-Basis um 2,7 % und in Euro um 2,4 % im Vergleich zum Vormonat. Besonders stark gab der Teilindex für „Eisenerz und Stahlschrott“ mit 11,9 % (in Euro: -11,3 %) nach. Aber auch die beiden Teilindizes „Nahrungs- und Genussmittel“ sowie „Industrierohstoffe“ sanken jeweils um 8 % (in Euro: in etwa -7,6 %). Der Index für Rohöl ging dagegen mit 1,4 % (in Euro: -1,1 %) nur vergleichsweise leicht zurück.

Im Monat Oktober unterlag der Rohölpreis starken Schwankungen. Die Ölsorte Brent notierte zu Beginn des Oktobers bei knapp 103 Dollar pro Barrel, um dann gegen Mitte des Monats auf über 114 Dollar pro Barrel anzusteigen. Am Ende des Monats war der Preis wieder bei knapp unter 108 Dollar pro Barrel. Der Spread, das heißt die Preisdifferenz, zwischen dem amerikanischen WTI- und Brent-Öl, hat sich im Oktober reduziert. Ende September lag er noch bei fast 30 Dollar und aktuell nur noch bei knapp 15 Dollar. Die Annäherung resultiert daraus, dass sich in Europa die Angebotssituation aufgrund einer steigenden libyschen Ölförderung etwas entspannte, während der Tropensturm Rina die Ölförderanlagen im Golf von Mexiko bedrohte.

Die Ölpreisschwankungen sind die Folge einer großen Verunsicherung über die konjunkturelle Entwicklung, die durch die aufeinanderfolgenden guten und schlechten Meldungen zur Lösung der Schuldenkrise in Europa verursacht wird. Die wechselnde Stimmungslage hat auch auf die Kursentwicklung von anderen Rohstoffen durchgeschlagen. Anfang Oktober notierten die Kupferpreise noch bei knapp 6 800 Dollar pro Tonne und durchbrachen dann innerhalb weniger Tage die 7 000 Dollar Marke. Diese konnte zunächst nicht lange gehalten werden. Aber gegen Ende des Monats wurde dann sogar die 8 000 Dollar pro Tonne überschritten. Insgesamt sank der Index für Industrierohstoffe um 8 % (in Euro: -7,6 %), wobei der Index für NE-Metalle mit 11,9 % (in Euro: -11,5 %) besonders stark nachgab. Ein besonders starker Preisverfall war gegen Ende des Monats bei Eisenerz zu beobachten. Dieses verbilligte sich vom ersten Handelstag im Oktober bis zum letzten um 31,8 % (in Euro: 35,8 %). Gründe hierfür liegen in der verringerten Eisenerznachfrage chinesischer Stahlhütten, die auf eine geringere Kreditvergabe und eine etwas abkühlenden Bauwirtschaft zurückzuführen ist.

Der einzige Rohstoffpreis, der sich im Oktober im Vergleich zum Vormonat im Index ohne Energie erhöhte, war der für Reis. Er stieg um 1,3 % (in Euro: 1,7 %). Diese Preiserhöhungen wurden durch die starken Überflutungen in Thailand ausgelöst. Das Land ist weltweit der größte Reisexporteur und starke Ernteausfälle sind zu befürchten. Insgesamt ging der Index für Getreide trotz der Preissteigerungen bei Reis um 7,9 % (in Euro -7,6 %) zurück. Neben Reis sind in dem Index für Getreide Weizen, Mais und Gerste enthalten. Während der Preis für Mais um 9,1 % (in Euro: -8,8 %) im Oktober im Vergleich zum Vormonat nachgab, sank der Preis für Weizen sogar um 10 % (in Euro: -9,7 %). Damit hat sich Weizen im Vergleich zum April um 22 % (in Euro: 17,9 %) und Mais um knapp 16 % (in Euro: 11,5 %) verbilligt. Im Vormonatsvergleich ging auch der Index für Genussmittel zurück. Unter anderem aufgrund der Preissenkungen bei Rohkaffee in Höhe von 8,9 % (in Euro: -8,5 %) und bei Kakao von 6,7 % (in Euro: -6,3 %) reduzierte er sich um 7,4 % (in Euro: -7,8 %).



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