Pressemitteilung

04. April 2012

HWWI-Rohstoffpreisindex weiter gestiegen

Teureres Erdöl hat wesentlich zu einem weiteren Anstieg beim HWWI-Rohstoffpreisindex beigetragen. Der Monatswert erhöhte sich im März in Euro um 3,7 %, auf Dollar-Basis waren es 3,5 %. Überdurchschnittliche Preiserhöhungen gab es neben Rohöl auch bei den Ölsaaten/Ölen. Am stärksten verteuerten sich dabei Sojaschrot mit 11,6 % (in Euro: 11,8 %) sowie Sojabohnen mit 7,6 % (in Euro: 7,8 %). Der Index ohne Energie erhöhte sich hingegen nur leicht um 0,3 % (in Euro: 0,5%).

Das amerikanische Agrarministerium hat in seinem Oil Crops Outlook im März für die Erntesaison 2011/12 eine um gut 7 % niedrigere globale Sojabohnenernte als in der Vorsaison geschätzt. Der Hauptgrund hierfür liegt in den Wetterverhältnissen in Südamerika. Trockenes Wetter hat das Gedeihen der Sojabohnenpflanzen in den südlichen Anbauregionen Brasiliens und Argentiniens behindert, was zu einer niedrigeren Sojabohnenernte führen wird. Insgesamt stieg der Index für Nahrungs- und Genussmittel jedoch nur um 1,1 % (in Euro: 1,3 %) im Vergleich zum Vormonat an. Der Kaffeepreis verringerte sich um 8 % (in Euro: -7,8 %), während der Kakaopreis mit einem Anstieg von 0,1 % (in Euro: 0,3) nahezu unverändert blieb.

Der Index für Rohöl stieg im März um 4,7 % (in Euro 4,9 %) an. Der Ölpreis wird weiterhin von Sorgen über die weitere Entwicklung im Iran hochgehalten. Im Sommer soll das Ölembargo der EU gegen den Iran vollständig in Kraft treten. Als weiteres Element erhöhten Angebotsverknappungen in einzelnen ölproduzierenden Ländern den Ölpreis. Zwar erhöhte Saudi Arabien im Gegensatz dazu seine Ölproduktion kräftig, jedoch führte dies zu einem starken Rückgang der freien Ölförderkapazitäten, die einen wichtigen Sicherheitspuffer gegen künftige Ausfälle beim Ölangebot und weitere Preisanstiege darstellen.

Zudem wird für das Jahr 2012 mit einer im Vergleich zum Vorjahr weiter ansteigenden weltweiten Ölnachfrage gerechnet. Die Internationale Energieagentur prognostiziert eine zusätzliche Nachfrage von 800 000 Barrel pro Tag. Damit würden 2012 global 89,9 Mio. Barrel pro Tag nachgefragt werden. Besonders China wird weiterhin viel Öl für seine kräftig wachsende Wirtschaft benötigen. Während bei Öl die Rahmenbedingungen preissteigernd wirkten, sah dies bei Kohle anders aus. Im Vergleich zum Vormonat sank der Index für Kohle um 7,1 % (in Euro: -7 %). Als Grund für die Preisnachlässe wird angeführt, dass aus den USA zusätzliche Kohleexportmengen auf den internationalen Markt kamen, weil in dem Land bei der Energieversorgung vermehrt Kohle durch Erdgas ersetzt wurde. Insgesamt stieg der Index für Energierohstoffe um 4,1 % (in Euro: 4,3 %).



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