Pressemitteilung

07. Mai 2012

Gedämpfte Konjunkturerwartungen lassen den HWWI-Rohstoffpreisindex sinken

Die meisten Weltmarktpreise von Rohstoffen sind im April gefallen. Im Vergleich zum Vormonat sank der HWWI-Rohstoffpreisindex in US-Dollar um 3,4 % und in Euro um 3,1 %. Während sich der Index für Rohöl um 3,1 % (in Euro: -3,6) reduzierte, verminderten sich die Preise für NE-Metalle um 4,3 % (in Euro: -4 %).

Der Index ohne Energie liegt derzeit 17 % (in Euro: -8,8 %) unter dem Vorjahresmonatsstand. Dabei hat der wesentliche Rückgang der Rohstoffpreise im September 2011 eingesetzt. Sorgen, die Konjunktur in Europa könnte sich aufgrund der Schuldenkrise drastisch eintrüben, führten zu diesen Preisrückgängen. Auch wurde befürchtet, dass ein sich verlangsamendes Wirtschafwachstum in China die Rohstoffnachfrage zusätzlich stark reduzieren könnte. Im letzten Monat notierten, im Vergleich zum April 2011, Industrierohstoffe um 18,3 % (in Euro: -10,4 %) niedriger. Wobei die Agrarischen Rohstoffe um 16,9 % (in Euro: -8,8 %) und die NE-Metalle um 20,8 % (in Euro: -13,1 %) nachgaben. Seit letztem Dezember hatten sich aber die Industrierohstoffe von ihrem Tiefstand leicht erholt.

Auch der Index für Nahrungs- und Genussmittel ist im Jahresverlauf gesunken. Wird der Aprilwert 2012 mit dem des Vorjahres verglichen, notiert der Index um 13,1 % (in Euro: -4,7 %) niedriger. Während der Teilindex für Getreide um 16,8 % (in Euro -8,7 %) nachgab, verminderte sich der Genussmittel-Teilindex um 25,7 % (in Euro: -18,5 %). Durch gute Ernten beim Weizen entspannte sich die Lage etwas, nachdem Missernten in Russland und Australien den Markt Ende 2010/Anfang 2011 verknappt hatten. Auch beim Kaffee und Kakao waren die Ernten sehr gut. Das Wetterphänomen „La Niña“ sorgte in Westafrika für gute Witterungsbedingungen für den Kakaoanbau. Zudem beruhigte sich der Kakaomarkt, weil im weltweit wichtigsten Kakaoexportland, in der Elfenbeinküste, ein politischer Konflikt beigelegt wurde. Gegen den Trend entwickelten sich die Ölsaaten, deren Preise im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um gut 5 % (in Euro: 15,3 %) anstiegen. Seit Januar war auf diesem Markt eine Preissteigerung von 19,5 % (in Euro: 17,1 %) zu beobachten. Der Grund hierfür liegt in den schlechten Sojabohnenernten in Südamerika, wo „La Niña“ zu einer extremen Trockenperiode führte.

Der Index für Kohle reduzierte sich im Jahresverlauf um 16,5 % (in Euro:  8,4 %). Die USA verwenden immer weniger Kohle für die Energieerzeugung, weil sie auf Erdgas umstellen. Auch Rohöl hat sich im April im Vergleich zum Vormonat verbilligt, bleibt aber weiterhin wegen Unsicherheiten auf der Angebotsseite auf einem hohen Niveau und notierte Ende April bei über 118 US-Dollar pro Barrel (Sorte Brent).




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