Pressemitteilung

03. Juli 2012

HWWI-Rohstoffpreisindex sinkt kräftig weiter

Der HWWI-Rohstoffpreisindex sank im Juni im Vergleich zum Vormonat auf US-Dollar-Basis um 11 %, während er in Euro um 9 % nachgab. Damit liegt der Index um gut 16,8 % (in Euro: -3,3 %) unter dem Niveau von vor einem Jahr.

Die Beschleunigung im Preisrückgang, die wesentlich durch die verschlechterten Aussichten für die Weltkonjunktur bestimmt wurde, betraf nahezu alle Rohstoffe. Am stärksten verbilligte sich im Juni mit 12,7 % (in Euro: -10,7 %) der Index für Rohöl, gefolgt vom Kohleindex, der um 9,3 % (in Euro: -7,3 %) zurückging. Der Index ohne Energie sank nur um 3,6 % (in Euro: -1,4 %), was zum Teil daran lag, dass der Teilindex „Getreide“ um 2,8 % (in Euro: 5,1 %) anstieg.

Rohöl verbilligte sich deutlich, da die Weltölnachfrage nicht mehr so stark zunimmt. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) revidierte ihre Verbrauchsprognosen für das komplette Jahr 2012 nach unten. Der Preis für die Ölsorte Brent sank teilweise unter 90 US-Dollar pro Barrel. Auch die gute Ölversorgung hat weiterhin beim Öl zu sinkenden Preisen beigetragen. Auf ihrer Sitzung im Juni beschlossen die Mitglieder der OPEC, ihr Produktionsmaximum konstant zu halten. Doch schon vor der Sitzung förderten die Mitglieder mehr als die vereinbarten 30 Millionen Barrel Öl pro Tag.

Auf den Metallmärkten waren im Juni das konjunkturreagible Kupfer mit 6,5 % (in Euro:-4,4 %) und Blei mit 7,2 % (in Euro: -5,1) besonders von den Preisrückgängen betroffen. Im Index ohne Energie gab der Preis für Kautschuk mit 15,2 % (in Euro: -13,2 %) am stärksten nach. Auf dem Markt für Kautschuk wurde aufgrund der Abschwächung der Automobilnachfrage ein Angebotsüberschuss erwartet. Der Baumwollpreis sank ebenfalls, um 6,3 % (in Euro: -3,4 %). Steigende internationale Lagerbestände reduzierten das Risiko einer Baumwollknappheit, was die Preise senkte.

Gegen den Trend der fallenden Rohstoffpreise im Juni entwickelten sich die Getreidepreise und Sojabohnenpreise. Während sich Mais um 0,8 % (in Euro: 3,1 %) verteuerte, stieg der Weizenpreis um 2,9 % (in Euro: 5,1 %) und der Sojabohnenpreis um 0,6 % (in Euro: 2,8 %). Die Preissteigerungen setzten in der zweiten Monatshälfte ein, als in den USA die Ernteaussichten aufgrund einer Trockenheit nach unten korrigiert wurden. Die USA als der wichtigste weltweite Maisexporteur weisen zurzeit so niedrige Maislagerbestände auf, wie seit Jahren nicht mehr. In Russland beeinflusste dagegen trockenes Wetter negativ den Weizenanbau, was zu steigenden Weizenpreisen führte. Infolge dessen erhöhte sich seit Mitte Juni bis zum Monatsende der Teilindex „Getreide“ um 13,4 % (in Euro: 13,5 %).

 

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