Pressemitteilung

05. Oktober 2012

Rohstoffe im HWWI-Index zeigen ein uneinheitliches Bild

Die Weltmarktpreise von Rohstoffen zeigten sich im letzten Monat uneinheitlich. Während sich die NE-Metalle in US-Dollar bewertet um 10 % (in Euro: 6 %) verteuerten, sank der Index für Eisenerz und Stahlschrott um 6,4 % (in Euro: - 9,8 %). Gleichzeitig bewegte sich der Index für Energierohstoffe mit einem geringen Anstieg von knapp 1 % (in Euro: - 2,8 %) nur wenig. Von der Aufwertung des Euros im abgelaufenen Monat können die Rohstoffnachfrager im Euroraum profitieren.

Im Monatsvergleich veränderte sich der Index für Rohöl mit 0,9 % (in Euro: - 2,7 %) im September nur leicht. Aber im Verlauf des Monats unterlag der Rohölpreis kräftigen Schwankungen. Innerhalb einer guten Woche notierte Brent-Öl zunächst bei 117,3 US-Dollar pro Barrel, ging zurück auf 108,5 US-Dollar, um danach wieder bei 111,4 US-Dollar zu notieren. Diese Volatilität spiegelt die zurzeit herr-schende Unsicherheit auf dem Ölmarkt wider. Enttäuschungen aufgrund schlechter Wirtschaftszahlen in China werden abgelöst durch Hoffnungen, dass die chinesische Konjunktur durch Infrastrukturmaßnahmen wieder an Fahrt gewinnen könnte und damit den Ölkonsum erhöhen. Gleichzeitig tritt zeitweise der Konflikt zwischen dem Westen und dem Ölproduzenten Iran in den Fokus, um Tage später wieder in den Hintergrund zu geraten, wenn darüber spekuliert wird, ob die USA ihre Ölvorräte anzapfen, um mithilfe eines größeren Ölangebots die Energiepreise zu senken. Die Kohlepreise sind auch im September um weitere 2,6 % (in Euro: - 6,1 %) gesunken.  Die Schiefergasrevolution in den USA senkt dort wesentlich die Kohlenachfrage und führt zu Preisabschlägen auf dem internationalen Kohlemarkt. Seit Anfang 2011 ist der Kohleindex damit um gut 34 % (in Euro: - 32 %) gefallen.

Im Index für NE-Metalle stieg im Monatsvergleich am stärksten Blei mit 14,3 % (in Euro: 10,2 %), gefolgt von Zinn mit 10,6 % (in Euro: 6,7 %) und Zink mit 10,3 % (in Euro: 6,4 %). Der Anstieg mit 7,6 % (in Euro: 3,8 %) war bei Kupfer im Vergleich zu den anderen NE-Metallen am niedrigsten, führte aber dazu, dass das Metall wieder über 8.000 US-Dollar pro Tonne notierte. Bei den NE-Metallen haben Konjunkturerwartungen besonders die Preise getrieben, aber auch die niedrigen Zinsen der Notenbanken haben weiterhin Liquidität auf die Metallmärkte gespült. Bei Eisenerz hingegen sieht die Marktlage anders aus. Im Vergleich zum Monatsdurchschnitt August sank der Eisenerzpreis um 7,8 % (in Euro: - 11,2 %) und liegt damit um 21,7 % (in Euro: - 21,6 %) niedriger als Anfang 2012. Der Grund hierfür liegt darin, dass die chinesische Stahlindustrie wesentlich weniger Eisenerz nachfragt und die Lagerbestände hoch sind.

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