Pressemitteilung

05. Februar 2013

HWWI-Rohstoffpreisindex stieg im neuen Jahr an

Zu Beginn des Jahres ist der HWWI-Rohstoffpreisindex gestiegen. So lag der Index, bewertet in US-Dollar, im Januardurchschnitt um 3,5 % über dem Wert vom Vormonat. In Euro berechnet war der Anstieg aufgrund der stärkeren europäischen Gemeinschaftswährung mit 2,2 % dagegen weniger ausgeprägt. Seit Mitte Januar ist der Index kontinuierlich angestiegen und entfernte sich weiter von den niedrigen Notierungen von Anfang November 2011. Der Anstieg seitdem liegt nun bei gut 9 % (in Euro: 3,1 %). Im Januar erhöhten sich besonders die Eisenerzpreise, aber auch Öl verteuerte sich. Dagegen ist der Index für Getreide zurückgegangen.

Im Januar hat der Index für Rohöl 4,1 % (in Euro: 2,8 %) hinzugewonnen. Der Ausblick für die globale Konjunktur verbesserte sich. Höhere Wachstumsraten der Weltkonjunktur steigern die Ölnachfrage und als Folge erhöht sich der Ölpreis. Mitte Januar veröffentlichte die chinesische Regierung Handelszahlen, die verdeutlichten, dass die chinesischen Ölimporte weiter zugenommen haben. Auch die US-amerikanische Notenbank bekräftigte erneut ihre Absicht, die US-Konjunktur mit einer lockeren Geldpolitik zu unterstützten. Doch nicht nur höhere Erwartungen hinsichtlich der Ölnachfrage ließen den Ölpreis steigen – so erhöhten sich die Tagespreise für Brentöl seit Mitte Januar um fast 5 % (in Euro: 2,8 %) – sondern auch Entwicklungen auf der Angebotsseite trugen zu den Erhöhungen bei. Während im Irak und Libyen die Ölförderung zurückging, beunruhigte Mitte Januar eine Geiselnahme auf einer Gasanlage in Algerien und der weiter andauernde Konflikt in Syrien die Energiemärkte. Aufgrund von Überflutungen im wichtigen Exportland Australien erhöhten sich in der letzten Januarwoche die Kohlepreise. Im Monatsdurchschnitt Januar blieb aber der Preis für  australische Kesselkohle zum Vormonat nahezu unverändert.

Bei den Industrierohstoffen verteuerte sich Eisenerz im Vergleich zum Vormonat stark um 16,9 % (in Euro: 15,5 %). Dies war im Januar mit Abstand der größte Preisanstieg eines Rohstoffes im Index. Damit setzte der Eisenerzpreis seine Erholung von den Tiefständen aus dem Jahre 2012 im September fort. Seitdem ist der Eisenerzpreis um gut 72 % (in Euro: 60 %) angestiegen. Im Sommer 2012 wurden von der chinesischen Regierung Infrastrukturprojekte angestoßen, die zu einer erhöhten Eisenerznachfrage für die Stahlproduktion führten. Der Teilindex für NE-Metalle veränderte sich mit -0,3 % (in Euro: -1,6 %) im Monatsvergleich nur leicht, wobei sich aber die im Index enthaltenen Metallpreise zum Teil sehr unterschiedlich entwickelten. Während sich Zinn um fast 8 % (in Euro: 6,6 %) verteuerte, verbilligte sich Aluminium um 2,2 % (in Euro: -3,4 %). Insgesamt führten die aufhellenden Konjunkturaussichten bei allen Metallen gegen Ende Januar zu Preissteigerungen. Dies betraf aber auch andere Industrierohstoffe wie Kautschuk, Wolle und Zellstoff. Letztlich lag der Index für Industrierohstoffe im Monatsdurchschnitt Januar um 3,2 % (in Euro: 1,9 %) höher im Vergleich zu dem vom Dezember 2012.

Die Getreidepreise gaben im Januar um 2 % (in Euro: -3,3 %) nach, während Ölsaaten und Öle sich um 3,1 % (in Euro: -4,4 %) verbilligten. Der Weizenpreis sank um 5,1 % (in Euro: -6,3 %), der Gerstenpreis um 2 % (in Euro: -3,2 %) und der Maispreis um 1 % (in Euro: -2,3 %). Gute Ernteaussichten in Südamerika führten Anfang Januar, aber auch Ende  Dezember zu Preissenkungen bei Sojabohnen. Diese Aussichten wurden aber gegen Ende Januar durch trockenes Wetter in den wichtigen Anbauregionen Brasiliens und Argentiniens geschmälert. Während der Sojabohnenpreis von Anfang bis Mitte Januar noch um 1,4 % (in Euro: -1,5 %) sank, stieg er daraufhin bis Ende Januar wieder um fast 7 % (in Euro: 4,8 %) an.

 Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist ein Produkt der HWWI Consult GmbH.

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