Pressemitteilung

07. Mai 2013

HWWI-Rohstoffpreisindex hat weiter nachgegeben

Der HWWI-Rohstoffpreisindex gab im April im Vergleich zum Vormonat auf US-Dollar-Basis um 3,6 % und in Euro um 4,1 % nach. Damit liegt der Index um gut 12 % (in Euro: -11,4 %) unter seinem Niveau von vor einem Jahr. Der Preisrückgang, der im Wesentlichen durch die verschlechterten Aussichten für die Weltkonjunktur ausgelöst wurde, betraf nahezu alle Rohstoffe. Im Monatsdurchschnitt liegt der Index ohne Energie so niedrig wie zuletzt im Juli 2010. Am stärksten verbilligte sich im April mit 6,1 % (in Euro: -6,6 %) Getreide, gefolgt von den Spinnstoffen, hier gab der Index um 5,3 % (in Euro: -5,8 %) nach. Der Index für Energierohstoffe sank um 3,8 % (in Euro: -4,2 %).

Der Preis der Rohölsorte Brent sackte im Laufe des Aprils unter die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel und war damit so billig wie zuletzt im Juli 2012. In den USA und China drückten unter den Erwartungen liegende Wirtschaftszahlen den Ölpreis. Die globale Wirtschaftsentwicklung spielt eine zentrale Rolle für die weltweite Ölnachfrage. Während sich in China die Industrieproduktion schwächer als erwartet entwickelte, enttäuschten in den USA die Arbeitsmarktzahlen. Zugleich sind die Öllagerbestände in den USA weiter angestiegen und so hoch wie seit 22 Jahren nicht mehr. Nach Zahlen des amerikanischen Energieministeriums produziert das Land zunehmend selber Öl, Während die US-amerikanische Öl-produktion 2012 noch bei 6,5 Mio. Barrel pro Tag lag, sollen es Ende 2014 schon über 8 Mio. Barrel sein. Auch die gestiegene Ölproduktion im Irak und Libyen hat zu den sinkenden Preisen beigetragen. Brentöl verbilligte sich im Monatsvergleich um 5,9 % (in Euro: -6,3 %).

Neben Öl reagieren auch die Metallmärkte auf die schwächeren Wirtschaftszahlen, was sich im April in einem Absinken des Index für NE-Metalle widerspiegelte, der um 4,7 % (in Euro: -5,1 %) zurückging. Der konjunkturreagible Kupferpreis gab mit 6,5 % (in Euro: -4,4 %) nach, aber auch Zinn mit 7,1 % (in Euro: -7,5 %), Blei mit 7 % (in Euro: -7,5 %) und Nickel mit 6,5 % (Euro: -7 %) waren besonders von den Preisrückgängen betroffen. Im Index für Industrierohstoffe, der im Monatsdurchschnitt im Vergleich zum März um  2,9 % (Euro: -3,3 %) nachgab, sank der Preis für Kautschuk mit 11,1 % (in Euro: -11,5 %) am stärksten. Auf dem Kautschukmarkt wirkt sich generell billigeres Rohöl preissenkend aus, da ein niedrigerer Preis für synthetischen Kautschuk, das aus Rohöl hergestellt wird, die Nachfrage nach natürlichem Kautschuk senken könnte. Gleichzeitig lassen die Sorgen um die weltweite Konjunktur eine Abschwächung bei der Automobilnachfrage und dementsprechend auch bei der Reifennachfrage befürchten.

Die Preise für Getreide und Ölsaaten unterlagen im April ausgeprägten Schwankungen. Während zu Monatsbeginn die Mais- und Sojabohnenpreise stark nachgaben, weil das amerikanische Landwirtschaftsministerium die Lagerbestände nach oben korrigierte, stiegen die Preise zu Monatsende wieder stark an. In den USA verzögert sich aufgrund von kräftigen Regenfällen die Aussaat von Mais. Das führte dazu, dass der Index für Getreide zunächst im Vergleich zum vorletzten Handelstag im März um gut 10 % (in Euro: -10,5 %) sank und dann bis zum letzten Handelstag im April wieder um 7,7 % (in Euro: +5,5 %) anstieg. Beim Index für Ölsaaten war der Verlauf ähnlich, wenn auch etwas weniger stark ausgeprägt. Im Monatsdurchschnitt gab Getreide um 6,1 % (in Euro: -6,6 %) nach, wobei der stärkste Preisrückgang mit 9,3 % (in Euro: -9,7%) bei Mais zu beobachten war, währen sich die Ölsaaten um 3,4 % (in Euro: -3,9 %) verbilligten. Gegen den Trend der fallenden Rohstoffpreise im April entwickelten sich die Kakaopreise, die sich im April um 6,7 % (in Euro: +6,2 %) gegenüber dem Vormonat erhöhten. Die Kakaonachfrage des größten Abnehmers Europa erhöhte sich wieder. Gleichzeitig wirkte sich preissteigernd aus, dass sich das Angebot des zweitgrößten Produzenten von Kakao, Ghana, verringerte.

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist ein Produkt der HWWI Consult GmbH.

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