Pressemitteilung

07. März 2014

HWWI-Rohstoffpreisindex leicht gestiegen

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist im Monatsdurchschnitt im Februar im Vergleich zum Vormonat um 2 % auf US-Dollarbasis leicht angestiegen. Dieser Anstieg fiel in Euro mit 1,7 % etwas geringer aus. Am stärksten erhöhten sich mit 15,2 % (in Euro: +14,7 %) die Preise für Genussmittel im Index. Die Energierohstoffe haben sich im letzten Monat um 2,3 % (in Euro: +1,9 %) verteuert. Im Gegensatz dazu sind die Industrierohstoffe um 2,1 % (in Euro: -2,4 %) gesunken. Ursächlich für diesen Rückgang waren die niedrigeren Notierungen bei NE-Metallen und beim Eisenerz.

Bei den Energierohstoffen erhöhte sich der Index für Rohöl im Februar um 2,6 % (in Euro: +2,2 %). Die in ihm enthaltenen Ölsorten haben sehr unterschiedlich zu dem Preisanstieg beigetragen. Während Brent-Öl um 0,6 % (in Euro: +0,2 %) und Dubai-Öl um 1,1 % (in Euro: +0,7 %) teurer wurde, ging der Preis für WTI-Öl um 6,6 % nach oben. Dieser vergleichsweise starke Preisanstieg bei der nordamerikanischen Ölsorte ist auf zurückgehende Ölmengen von WTI-Öl in Cushing zurückzuführen. Mit Hilfe einer neuen Pipeline ist es gelungen, überschüssige Ölmengen im Mittleren Westen der USA an den Golf von Mexiko zu transportieren. Gleichzeitig drückte auch das besonders kalte Wetter in Nordamerika den Öl- und Gaspreis nach oben. Gleichzeitig sank der Preis für Kohle aufgrund des großen Angebots um 6 % (in Euro: -6,3 %). Am ersten Handelstag im März gerieten die Energiemärkte wegen der verschärften Situation in der Ukraine in Unruhe. „Die aktuelle Krise in der Ukraine könnte in den nächsten Wochen zu Unsicherheiten auf den Energiemärkten führen – mit der Folge schwankungsanfälliger Öl- und Gaspreise. Ein Großteil der russischen Öl- und Gasexporte nach Europa gehen durch die Ukraine“, so Leon Leschus, Rohstoffexperte am HWWI.

Bei den Industrierohstoffen verbilligte sich Eisenerz im Vergleich zum Vormonat um 5,1 % (in Euro: -5,4 %). Damit haben sich die Preisrückgänge beim Eisenerz auch im letzten Monat fortgesetzt und es notiert in infolgedessen um 21,6 % (in Euro: -23,3 %) niedriger als noch im Februar vor einem Jahr. Der Eisenerzpreis wird beeinflusst durch Überkapazitäten in der Stahlbranche. Drohende Schließungen drücken hier den Eisenerzpreis nach unten. Gleichzeitig trüben Sorgen bezüglich der weiteren Entwicklung der chinesischen Wirtschaft den Eisenerzmarkt aber auch die einzelnen Märkte für NE-Metalle. „Wird in China verstärkt die Kreditvergabe eingeschränkt, könnte dies das chinesische Wirtschaftswachstum verlangsamen. China steht vor der Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen stabilem Wachstum und förderlichen Reformen zu finden“, so Prof. Dr. Michael Bräuninger, Forschungsdirektor am HWWI. Der Index für NE-Metalle gab um 1,4 % (in Euro: -1,8 %) nach und liegt jetzt um 14,4 % (in Euro: -16,3 %) unter seinem Stand vor einem Jahr. Im letzten Monat sank der Preis für Kupfer um 2 % (in Euro: - 2,3 %), für Aluminium um 1,9 % (in Euro: -2,2 %) und für Blei um 1,8 % (in Euro: -2,1 %). Eine mögliche geringere Wirtschaftsleistung in China würde dort auch die Automobilnachfrage senken. Damit würden weniger Autoreifen benötigt. Diese Befürchtungen trugen dazu bei, dass der Kautschukpreis im Februar um 11 % (in Euro: -11,3 %) nachgab.

Die Preise im Index für Nahrungs- und Genussmitteln stiegen im letzten Monat um durchschnittlich 8,5 % (in Euro: +8 %) an; beim Kaffee war ein regelrechter Preissprung zu beobachten. Trockenes Wetter wie seit Jahrzehnten nicht mehr beeinträchtigte im Januar in brasilianischen Hauptanbaugebieten das Gedeihen der Kaffeekirschen. Im Monatsdurchschnitt war Rohkaffee im Februar 24,4 % (in Euro: +23,9 %) teurer als im Monat davor. Auch die Preise für Zucker und Sojabohnen – bei beiden spielt Brasilien eine wichtige Rolle auf dem internationalen Markt – stiegen im Zuge der Trockenheit an. Zucker verteuerte sich um 5,4 % (in Euro: +5,1 %) und Sojabohnen um 5 % (in Euro: +4,7 %). Auch beim Getreide waren im Februar Preisanstiege zu beobachten. Der Index stieg hier um 4,4 % (in Euro: +4,1 %). Extreme Kälte in den USA ließ besonders den Preis für Weizen steigen (+6.6 %/in Euro: +6,2 %), da Ernteausfälle befürchtet wurden.

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist ein Produkt der HWWI Consult GmbH.

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