Pressemitteilung

06. Mai 2014

HWWI-Rohstoffpreisindex ist leicht gestiegen

Im April ist der HWWI-Rohstoffpreisindex im Vergleich zum Monatsdurchschnitt März leicht gestiegen. Auf US-Dollar-Basis lag der Index um 0,8 % und in Euro um 0,9 % höher. Verglichen mit dem Niveau des Vorjahres ist der Index um 4,6 % gestiegen, in Euro notiert ist er im Vorjahresvergleich hingegen um 1,5 % gesunken. Der Teilindex für Nahrungs- und Genussmittel stieg im vergangenen Monat dabei um 2,7 % (in Euro: +2,5 %), der Index für Industrierohstoffe erhöhte sich um 2,3 % (in Euro: +2,4 %) und der Teilindex für Energierohstoffe notiert um 0,5 % (in Euro: +0,5%) höher.

Rohöl hat sich im abgelaufenen Monat leicht verteuert, der Index stieg um 0,5 % (in Euro: 0,6 %). Innerhalb des Monats waren die Rohölpreise insbesondere von geopolitischen Ereignissen beeinflusst. Anfang April hatte die Öffnung einiger Exporthäfen in Libyen noch für sinkende Preise gesorgt. Nach neuerlichen Verhandlungen wurden die dortigen Ölhäfen, die sich seit acht Monaten in der Hand von Rebellen befanden, schrittweise wieder geöffnet. Zur Mitte des Monats reagierten die Rohölpreise jedoch auf die Zuspitzung der Krise im Osten der Ukraine mit Preissteigerungen. Der Preis für Brentöl erreichte zwischenzeitlich mit knapp 110 US-Dollar pro Barrel ein Sechs-Wochenhoch; das amerikanische Pendant WTI-Öl notierte bei über 104 US-Dollar pro Barrel. Zum Monatsende hin sanken die Preise wieder. Die offiziellen Lagerdaten vom US-Energieministerium bezifferten rekordhohe US-Rohölbestände. Der Preis für das amerikanische WTI-Öl fiel daraufhin auf rund 100 US-Dollar pro Barrel. Dennoch: „Die Energiepreise zeigen, dass die Märkte bisher nicht von deutlichen Einschränkungen der Energielieferungen als Folge der Ukraine-Krise ausgehen“, sagt Prof. Dr. Michael Bräuninger, Forschungsdirektor des HWWI.

Der Index für NE-Metalle stieg im April mit 4 % (in Euro: +4 %) kräftig an. Für die einzelnen Metalle waren jedoch erhebliche Unterschiede zu verzeichnen. Während der Preis für Blei (+1,4 %), Kupfer (0,0 %), Zinn (+1,4 %) und Zink (+0,8 %) weitgehend preisstabil blieb bzw. sich nur moderat erhöhte, stieg der Nickelpreis im April um 10,9 % (in Euro: +11 %) und von Aluminium um 6,5 % (in Euro: +6,6 %). Bei Aluminium führten Sorgen vor einem zunehmenden Angebotsdefizit zu Preissteigerungen. Der Preis von Nickel, das nahezu unverzichtbar für die Herstellung von hoch qualitativem nicht rostendem Edelstahl ist, war bereits im Vormonat um 10,3 % angestiegen. Preistreibend für Nickel blieben Angebotssorgen. So könnten eventuelle schärfere Wirtschaftssanktionen gegen Russland Auswirkungen auf deren Nickelexporte haben − Russland ist der weltweit größte Produzent von raffiniertem Nickel. 

Ebenso zeigte der Exportstopp von Nickelerzen aus Indonesien weiterhin Wirkung auf den Weltmarktpreis. Indonesien ist der größte Exporteur von Nickelerzen, die vor allem in die Volksrepublik China ausgeführt werden. „Es stellt sich die Frage, ob die indonesische Regierung für einen längeren Zeitraum den Exportstopp von Nickelerzen durchhalten kann, weil die damit verbundenen sozialen Kosten aufgrund von Minenschließungen sehr hoch sind. Ein Ende des Exportstopps würde in der Folge zu einer Entspannung auf dem internationalen Nickelmarkt führen“, so Leon Leschus, Rohstoffexperte am HWWI.

Der Teilindex für Ölsaaten und Öle ist im abgelaufenen Monat um insgesamt 4,1 % (in Euro: +4,2 %) angestiegen. Sowohl Sojabohnen als auch Sojaschrot wurden im April teurer als im Vormonat gehandelt. Der Sojabohnenpreis stieg um 4,7 % (in Euro: +4,8 %), der Preis von Sojaschrot um 6,2 % (in Euro: +6,3 %). Geringer als von Marktbeobachtern erwartete Lagebestände in den USA hatten steigende Preise zur Folge. Starke Exporte nach China hatten den Abbau der Lager beschleunigt und für den höchsten Preis seit neun Monaten sowohl bei Sojabohnen als auch -schrot gesorgt. 

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