Pressemitteilung

09. Mai 2016

Konsolidierung bei den Rohstoffpreisen setzt sich fort

- HWWI-Gesamtindex stieg im April um 6,6 % (Dollarbasis)
- Preissteigerungen bei den Rohstoffen auf breiter Basis
- Der Teilindex für Eisenerz und Stahlschrott erhöhte sich mit 13,2 % am stärksten

 

(Hamburg, 9. Mai 2016) Nachdem der HWWI-Rohstoffpreisindex im März sein stärkstes Monatsplus seit Juni 2009 verzeichnet hatte, setzte sich der Preisanstieg bei den Rohstoffen auch im April fort. Der Gesamtindex in Dollar-Notierung stieg im Monatsvergleich um 6,6 % (in Euro: +4,4 %). Dieser Anstieg lässt sich hauptsächlich durch die höheren Preise bei Eisenerz, Stahlschrott und Rohöl erklären. Während sich der Index für Eisenerz und Stahlschrott um 13,2 % (in Euro: +10,8 %) erhöhte, verbuchten die Energierohstoffe ein Plus von 7,9 % (in Euro: +5,6 %). Auch die Preise für Nahrungs- und Genussmittel legten zu. Der zugehörige Index stieg im April um 3,7 % (in Euro: +1,5 %). Wesentlich zum Anstieg trugen dabei die Ölsaaten und Öle bei, die sich um 9,1 % (in Euro: +6,8 %) verteuerten.

Index für Energierohstoffe: +7,9 % (in Euro: +5,6 %)
Die Ölpreise entfernten sich weiter vom Tiefpunkt aus dem Januar als der Preis für die europäische Leitölsorte Brent auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2004 gefallen war. Der Preis für Brentöl stieg im April auf durchschnittlich 43,22 US-Dollar pro Barrel und lag damit um 8,6 % höher als im Vormonatsdurchschnitt. Innerhalb des Aprils verteuerte sich Brentöl um rund 22 %. Im Vorfeld des Treffens großer OPEC-Ölförderer und Russland stiegen die Ölpreise in der ersten Aprilhälfte an. Bei dem Treffen ging es um ein mögliches Einfrieren der Produktionsmengen auf den Stand vom Februar, um den großen Angebotsüberhang auf dem Ölmarkt zu beseitigen. Jedoch konnte aufgrund der Differenzen zwischen Iran und Saudi-Arabien keine Einigung erzielt werden. Während Iran darauf pochte, wieder so viel Öl zu produzieren wie vor Inkrafttreten der Sanktionen, forderte Saudi-Arabien dagegen, dass sich alle OPEC-Mitglieder an dem sogenannten output freeze beteiligen sollten. Nach dem Scheitern des Treffens fielen die Ölpreise zunächst rapide, um sich dann aber wieder zu erholen. Produktionsausfälle im Irak und Nigeria wirkten preissteigernd, aber auch Erwartungen, dass die Ölproduktion in den USA verstärkt heruntergefahren werden könnte. So ist die Anzahl der aktiven US-amerikanischen Ölbohrungen nach Zahlen der Erdöl-Service-Gesellschaft Baker Hughes seit Jahresbeginn bis Ende April von 516 auf 332 zurückgegangen. In diesem Umfeld stieg der Brentölpreis in der zweiten Aprilhälfte bis nahezu an die Marke von 48 US-Dollar pro Barrel. Aber trotz der jüngsten Preisanstiege notiert Brentöl noch um rund 30 % (in Euro: -33,3 %) niedriger als im Monatsdurchschnitt vor einem Jahr.

Index für Industrierohstoffe: +3,2 % (in Euro: +1 %)
Mit dem dritten Monatsplus in Folge haben auch die Industrierohstoffe ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Die Ankündigung großer Eisenerzproduzenten, die Förderung im Jahresverlauf 2016 zu senken, führte im April zu Preissteigerungen (US-Dollar: +7,3 %, in Euro: +5,1 %). Im Monatsdurchschnitt lag der Eisenerzpreis bei 59,60 US-Dollar je Tonne. Das entspricht einem Anstieg von gut der Hälfte gegenüber dem Tiefstand im Dezember 2015 als für eine Tonne knapp 40 US-Dollar gezahlt wurden. Der Index für NE-Metalle erhöhte sich um 0,7 % (in Euro: -1,5 %). Dabei entwickelten sich die Metallpreise gegensätzlich. Während die Preise für Zink um 2,6 % (in Euro: +0,4 %) und Aluminium um 2,2 % (in Euro: +0) stiegen, sanken die Preise für Blei um 4,4 % (in Euro: -6,4%) und Kupfer um 2 % (in Euro: -4 %). Auf dem Kupferpreis lastete die enttäuschende chinesische Nachfrage und die Befürchtung, China könnte mit seinen hohen Kupferlagerbeständen den internationalen Markt fluten. Auf dem Aluminiummarkt wirkten dagegen Spekulationen preissteigernd, dass sich das Angebot im Laufe des Jahres 2016 verringern könnte. Am stärksten verteuerte sich im Gesamtindex Stahlschrott. So stieg der Preis für US-amerikanischen Stahl-schrott im April um 24,3 %, nachdem für die Stahlproduktion wieder mehr Stahlschrott benötigt wurde. Vor allem die chinesischen Produzenten muss-ten ihre Lagerbestände wieder auffüllen. Trotz des starken Preisanstieges notierte Stahlschrott aus den USA noch um 7,7 % niedriger als im April 2015.

Index für Nahrungs- und Genussmittel: +3,7 % (in Euro: +1,5 %) Nachdem der Index für Nahrungs- und Genussmittel im März erstmals seit fünf Monaten wieder angestiegen war, erhöhte er sich auch im letzten Monat. Der Indexanstieg lässt sich hauptsächlich auf steigende Preise für Ölsaaten und Öle zurückzuführen. So verteuerten sich Sojabohnen um 8,3% (in Euro: +6,1 %) und Sojaschrot um 10,7 % (in Euro: +8,4 %). Starke Regenfälle in Argentinien verschlechterten die Ernteaussichten bei den Sojabohnen stark, was Preisanstiege zur Folge hatte. So erreichten die Preise für Sojabohnen Ende April ein 8 1/2-Monatshoch, aber auch Mais verteuerte sich um 2,6 % (in Euro: +0,5 %) und kostete so viel wie zuletzt im Oktober 2015. Preissteigernd auf Mais, aber auch auf andere Getreidesorten, dürfte im April der höhere Ölpreis gewirkt haben, weil sich teureres Rohöl in der Landwirtschaft in gestiegenen Kosten für Kraftstoffe und Dünger niederschlägt.

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Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist ein Produkt der HWWI Consult GmbH.


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