07. September 2016

HWWI-Rohstoffpreisindex kaum verändert

Stabilisierung der Rohstoffpreise nach Preisrückgängen im Juli

- HWWI-Gesamtindex steigt im August um 0,8 % (Dollarbasis)
- Chinesische Importe setzen Kohle und Eisenerz unter Aufwärtsdruck
- Gute Ernteaussichten in den USA verbilligen Getreidepreise

(Hamburg, 07. September 2016) Der HWWI-Rohstoffpreisindex veränderte sich im August kaum und stieg im Vergleich zum Juli um 0,8 % (in Euro: -0,5 %). Obwohl der Gesamtindex nahezu unverändert blieb, gab es größere Preisveränderungen bei einzelnen Rohstoffen. Während der Index für Energierohstoffe aufgrund stark steigender Kohlepreise und einem Plus beim Rohöl um 1,0 % (in Euro: -0,3 %) anstieg, sank der Index für Nahrungs- und Genussmittel wie im Vormonat um 2,5 % (in Euro: -3,8 %). Die Industrierohstoffe verteuerten sich um 1,8 % (in Euro: +0,5 %), was vor allem am Index für Eisenerz und Stahlschrott lag, der um 5,7 % (in Euro: +4,3 %) stieg.

Index für Energierohstoffe: +1,0 % (in Euro: -0,3 %)
Zwar blieb der Index für Energierohstoffe im Monatsdurchschnitt nahezu konstant, doch innerhalb des Monats und bei einzelnen Rohstoffen kam es zu größeren Veränderungen. Der Preis für europäisches Rohöl Brent stieg im Monatsdurchschnitt August gegenüber dem Vormonat um 1,0 % und notierte bei 47,09 US-Dollar pro Barrel. Nach einem starken Anstieg in den ersten drei Augustwochen auf über 50 US-Dollar pro Barrel gab der Preis zu Monatsende wieder nach. Spekulationen, dass sich die OPEC-Länder auf einer informellen Sitzung im September auf Produktionsobergrenzen einigen könnten, hatten zu steigenden Preisen geführt. Doch einsetzende Skepsis bezüglich einer Einigung sowie große Lagervorräte und das weltweit hohe Ölangebot kehrten diese Entwicklung zum Monatsende um und ließen die Rohölreise wieder fallen. Im Gegensatz dazu verzeichnete der Preis für australische Kohle ein Plus von 11,6 % (in Euro: +10,1 %). Chinesische Kohleimporte blieben aufgrund einer sich fortsetzenden Belebung der Industrie im August auf einem Niveau, das von Analysten nicht erwartet wurde.

Index für Industrierohstoffe: +1,8 % (in Euro: +0,5 %)
Abgesehen von Baumwolle, Kupfer und Stahlschrott verteuerten sich die Rohstoffe im Index für Industrierohstoffe im Vergleich zum Monatsdurchschnitt Juli. Besondere Preiserhöhungen verzeichneten Eisenerz um 6,9 % (in Euro: +5,5 %), Zink um 4,6 % (in Euro: +3,2 %) und Zinn um 3,4 % (in Euro: +2,0 %). Zwar notierte Eisenerz noch um 60 % niedriger als beim Hochstand im Februar 2013, doch die gleichbleibend hohen Produktionsraten der chinesischen Stahlindustrie trieben die Preise nach oben. Die Preisanstiege der letzten Monate setzen sich bei Zink und Zinn fort. Die Preise wurden durch positive Wirtschaftsaussichten für die chinesische Industrie sowie sinkende Lagerbestände getrieben. Beim wichtigsten Industriemetall Kupfer hingegen befinden sich die Lagerbestände an der London Metal Exchange auf dem höchsten Niveau seit Oktober 2015, was die Preise unter Abwärtsdruck setzte.

Index für Nahrungs- und Genussmittel: -2,5 % (in Euro: -3,8 %)
Nach den starken Anstiegen in der ersten Jahreshälfte ging der Index für Nahrungs- und Genussmittel im Monatsdurchschnitt August zurück. Besonders fallende Mais- und Sojabohnenpreise trugen zu dieser Entwicklung bei. Die positiven Ernteaussichten nach guten Wetterbedingungen im Mittleren Westen der USA, dem weltweit bedeutendsten Maisanbaugebiet, und die um 7 % im Gegensatz zum Vorjahr gewachsene Anbaufläche senkten den Preis pro Scheffel Mais am Monatsende auf 3,02 US-Dollar. Im Monatsdurchschnitt lag der Maispreis um 6 % geringer als im Juli (in Euro: -7,2 %). Ebenso sank der Preis für Sojabohnen um 5,6 % (in Euro: -6,8 %) und der Gerstenpreis um 11,1 % (in Euro: -12,2 %) aufgrund besserer Ernteaussichten in Nordamerika. In Südostasien führten anhaltende Dürreperioden und sinkende Vorräte bei gleichzeitig erhöhter Nachfrage aus Indien, wo in diesen Monaten eine Reihe religiöser Feste ansteht, zu einem Anstieg des Palmölpreises um 13,6 % (in Euro: 12,2 %) und erhöhte auch den Preis des Palmölsubstituts Sojaöl um 6,1 % (in Euro: 4,8 %).

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