10. Oktober 2016

HWWI-Rohstoffpreisindex mit leichtem Aufwärtstrend

Index bleibt weiterhin fast unverändert

- HWWI-Gesamtindex steigt im September um 0,4 % (Dollarbasis)
- Eisenerz und Stahlschrott drücken Industrierohstoffe ins Minus
- Energierohstoffe leicht im Plus

(Hamburg, 10. Oktober 2016) Wie im August stieg der HWWI-Rohstoffpreisindex im September leicht an und notierte um 0,4 % höher als im Vormonat (in Euro: +0,4 %). Energierohstoffe verteuerten sich getrieben von steigenden  Gas- und Kohlepreisen um 0,7 % (in Euro: +0,7 %). Der Preisanstieg beim Öl der letzten Septemberwoche spiegelte sich nur leicht im Monatsdurchschnitt wider (+0,2 %). Während der Index für Industrierohstoffe aufgrund fallender Eisenerz- und Stahlschrottpreise um 2,3 % nachgab (in Euro: -2,3 %), blieb der Index für Nahrungs- und Genussmittel mit einem Plus von 0,3 % (in Euro: +0,3 %) nahezu unverändert.

Index für Energierohstoffe: +0,7 % (in Euro: +0,7 %)
Der Index für Energierohstoffe legte im September leicht zu. Verantwortlich hierfür waren die Preissteigerungen bei Gas und Kohle. Die Entwicklungen am Ölmarkt sorgten im Monatsdurchschnitt nur für eine leichte Verteuerung der europäischen Erdölsorte Brent (+0,5 %). Auf einem informellen Treffen einigten sich die OPEC-Länder Ende September für Analysten unerwartet auf eine Begrenzung der Fördermenge auf 32,5 Mio. Barrel pro Tag, also 750 Tsd. Barrel weniger als im August. Zeitweise stieg der Ölpreis um 6 %. Es bleibt aber fraglich, ob sich der Ölpreis auch mittelfristig nach oben bewegt. Zum einen ist unklar, wie sich die Fördergrenze im Detail auf die einzelnen Länder verteilt und ob auch Russland seine Produktion reduziert; zum anderen entspricht die Drosselung lediglich 0,8 % der täglichen Weltproduktion und somit einer Menge, die von den USA kompensiert werden könnte. Nach seinem Tiefstand im März erholt sich der Preis für US-amerikanisches Erdgas wieder. Die erhöhte Gasverstromung in den USA bei gleichzeitigen Förderungsrückgängen ließen den Preis um 6 % nach oben klettern. Der Preis für australische Kohle reagierte mit einem Plus von 5,4 % auf die wachsende Nachfrage aus China, wo die eigene Produktion gekürzt wurde.

Index für Industrierohstoffe: -2,3 % (in Euro: -2,3 %)
Die Metallpreise gaben im September ein uneinheitliches Bild ab. Der Eisenerzpreis hat sich nach dem Preiseinbruch des letzten Winters in den letzten sieben Monaten konsolidiert, ging aber im September um 6,3 % zurück und lag damit in etwa auf seinem Vorjahresniveau. Die Aussicht auf steigende Produktion in den zweit- und drittgrößten Abbauländern Australien und Brasilien hatten den Preis unter Abwärtsdruck gesetzt. Der Preis für Aluminium (-3,1 %) hatte unter dem Nachfragerückgang zu Beginn des Monats zu leiden, befand sich aber in den letzten beiden Wochen wieder im Aufwärtstrend. Im Gegensatz dazu stiegen die Preise für Zinn und Blei nach Minenschließungen zum vierten bzw. dritten Mal in Folge an (+6,3 % bzw. +5,5 %) und liegen damit weit über ihrem Vorjahresstand (+25,5 % bzw. 15,5 %).

Index für Nahrungs- und Genussmittel: +0,3 % (in Euro: -0,3 %)
Ähnlich wie der Gesamtindex blieb auch der Index für Nahrungs- und Genussmittel ohne größere Änderungen, wobei sich die Preise einzelner Rohstoffe unterschiedlich entwickelten. Die Gersten- und Sojabohnenpreise (-2,5 % bzw. -3,9 %) setzen ihre seit Juni anhaltende Abwärtstendenz fort, eine Entwicklung wie sie sich schon in den letzten drei Jahre über die Sommermonate gezeigt hatte. Die beginnende Ernte in Nordamerika übertraf die ohnehin schon hohen Erwartungen und sorgte für ein großes Angebot an den Märkten. Anders gestaltet sich die Lage beim Mais. Witterungsbedingte Verzögerungen bei der Ernte und große Nachfrage von außerhalb der USA verteuerten den Preis um 1,6 %. Auch in anderen Regionen der Welt besteht Sorge über die Ernte. Die Preise für Kaffee (+5,5 %) und Zucker (+6,4 %) zogen aufgrund des unvorteilhaften Wetters und der Sorge über Trockenheit bei der nächsten Aussaat im größten Exportland Brasilien stark an. Der Palmölpreis (+4,3 %) erreichte seinen höchsten Monatsdurchschnitt seit November 2014, nachdem die Nachfrage aus allen Teilen der Welt gestiegen war und der wichtigste Importeur Indien seine Einfuhrzölle gesenkt hatte.

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