05. Dezember 2016

Ölpreis drückt den HWWI-Rohstoffpreisindex

Unsicherheit an den Rohölmärkten

- HWWI-Gesamtindex fällt im November um 4,5 % (Dollarbasis)
- Ölpreis schwankt im Vorfeld des OPEC-Treffens
- Aufwärtstrend der Industrierohstoffe setzt sich fort

(Hamburg, 05. Dezember 2016) Nach einem starken Wachstum im Oktober gab der HWWI-Rohstoffpreisindex im November wieder nach (-4,5 %; in Euro: -2,5 %). Besonders der schwankende Ölpreis lag mit einem Minus von 8,5 % unterhalb des Niveaus des Vormonats, steht aber nach der Einigung der OPEC-Länder über eine Produktionskürzung Ende des Monats vor einem deutlichen Anstieg. Der Preis für Kohle (+14,6 %; in Euro: +16,7 %) hingegen legte kräftig zu. Mit einem Zuwachs von 11,3 % (in Euro: +13,6 %) drückten die Industrierohstoffe den Index ohne Energie ins Plus (+6,5 %; in Euro: +8,6 %). Der Index für Nahrungs- und Genussmittel blieb nahezu konstant.

Index für Energierohstoffe: -6,3 % (in Euro: -4,3 %)
Nach dem rasanten Anstieg des Ölpreises als Reaktion auf eine grundsätzliche Einigung der OPEC-Länder auf Förderbegrenzungen setzte im November Skepsis ein, ob sich die Mitglieder des Kartells tatsächlich auf eine genaue Zuweisung der Förderlimits auf die einzelnen Länder einigen könnten. Mit Verweis auf die angespannte wirtschaftliche und politische Lage hatten Iran und Irak Ausnahmeregelungen für sich beansprucht. Auch die Rolle Russlands – zwar kein Mitglied, aber ebenfalls zu Kürzungen bereit – erwies sich als unklar. Statt die Ölmenge zu senken, stellten russischen Vertreter lediglich einen Stopp des weiteren Ausbaus der derzeit auf Rekordniveau befindlichen Förderung in Aussicht. So ging der Preis für die europäische Referenzsorte Brent im Monatsdurchschnitt um 8,5 % zurück. Auf die Einigung über eine Reduktion der Förderung Ende November reagierte der Ölpreis mit einem kräftigen Wachstum von 8 Prozent auf 51 Dollar pro Barrel. Ob der Preis jedoch langfristig wieder das Vorkrisenniveau von über 100 Dollar pro Barrel aus dem Jahr 2014 erreichen wird, ist angesichts der gesteigerten US-Ölproduktion durch Fracking mehr als fraglich.

Der Preis für Kohle entwickelte sich ähnlich wie im Vormonat um 14,6 % (in Euro: 16,7 %) nach oben, nachdem China seine Abbaukapazitäten reduziert hatte. In gegensätzliche Richtungen bewegten sich die Preise im Index für Erdgas (-1,2 %; in Euro: +0,9 %). Ein kalter Wintereinbruch in Großbritannien hatte Befürchtungen einer Gasknappheit angeheizt und ließ den Preis für britisches Erdgas um 16,8 % (in Euro: +19,1 %) nach oben schnellen. Seit Mitte des Monats befindet er sich aufgrund hoher  Importe aus Norwegen und den Niederlanden aber wieder im Abwärtstrend. Im Gegensatz dazu bewirkten in den USA die milden Witterungsbedingungen und die steigende Gasförderung ein Absinken des Preises für US-amerikanisches Erdgas um 14,4 % (in Euro: -12,5 %).

Index für Industrierohstoffe: +11,3 % (in Euro: +13,6 %)
Nach dem erneuten Anstieg im November befindet sich der Index für Industrierohstoffe auf seinem höchsten Stand seit Januar 2015. Vor allem NE-Metalle und Eisenerz haben seit Jahresbeginn mit der allmählichen Belebung der Weltwirtschaft kräftig an Wert gewonnen. Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hat diesen Trend weiter angeheizt. Zum einen wecken die versprochenen Investitionen in die Infrastruktur Hoffnungen in der Baubranche und damit die Nachfrage nach Metallen; zum anderen bieten Rohstoffe einen gewissen Schutz gegenüber der zurzeit in den USA ansteigenden Inflation. Dies spiegelt sich unter anderem in den Preisen für Aluminium (+4,2 %, in Euro: +6,4 %), Kupfer (+15,1 %, in Euro: +17,6 %) und Eisenerz (+24,3 %; in Euro: +26,8 %) wider.

Index für Nahrungs- und Genussmittel: -0,1 % (in Euro: +1,9 %)Wesentlich geringer fielen die Veränderungen an den Märkten für Nahrungs- und Genussmittel aus. Während der Index für Öle und Ölsaaten um 2,7 % (in Euro: +4,8 %) anstieg, ging der Index für Genussmittel leicht zurück (-1,7 %, in Euro: +0,3 %). In Malaysia und Indonesien sorgt die Trockenheit im Zuge des El Niño für eine geringe Ernte und ließ den Preis um 2,8 % (in Euro: +4,9 %) anziehen. Der Preis für Sojabohnen (+2,9 %, in Euro: +5,0 %) profitierte von der starken Nachfrage aus China. Beim Kakao hingegen erfüllt die Nachfrage nicht die Erwartungen bei gleichzeitig hohem Angebot aus den Hauptproduktionsgebieten in Westafrika, so dass der Preis um 7,6 % (in Euro: -5,7 %) sank.

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