10. April 2017

HWWI-Rohstoffpreisindex im Minus

Einstweilige Trendwende bei Rohstoffpreisen

- HWWI-Gesamtindex fiel im März um 6,3 % (Dollarbasis)
- Rohöl verbilligte sich durchschnittlich um 6,6 % (Dollarbasis)
- Erstes Quartal 2017 endet mit fallenden Preisen für alle Rohstoffgruppen

(Hamburg, 10. April 2017) Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist im März nach längerer Zeit wieder gefallen, nachdem er seit Dezember 2016 monatlich ausschließlich gestiegen war. Nach einem moderaten Wachstum im Januar und einem sehr leichten Anstieg im Februar, verbuchte der HWWI-Indikator der Rohstoffpreisentwicklungen im März ein kräftiges Minus. Der Gesamtindex in Dollar-Notierung fiel im Monatsvergleich um 6,3 % (in Euro: -6,6 %). Dieser Einbruch der weltweiten Rohstoffpreise wird in erster Linie durch die gefallenen Preise bei den Energierohstoffen begründet. Sinkende Preise für Erdgas, Rohöl und Kohle ließen den Index für Energierohstoffe um 7,0 % (in Euro: -7,3%) fallen, während sich der Index für Industrierohstoffe lediglich um 1,4 % (in Euro: -1,7 %) verringerte. Ebenfalls weltweit gefallen sind die durchschnittlichen Preise für Nahrungs- und Genussmittel im Monat März. Der dazugehörige Index fiel um 3,7 % (in Euro: -4,1 %). Deswegen notierte der Index ohne Energie nur um 2,2 % (in Euro: -2,6 %) geringer als im Vormonat April.

Index für Energierohstoffe: -7,0 % (in Euro: -7,3 %)
Nachdem die Notierungen für Rohöl im Februar, wenn auch moderat, gestiegen waren, haben sich die Preise der wichtigen internationalen Rohölsorten im März deutlich verringert. Der Preis für Brent fiel um 6,1 % (in Euro: -6,5 %) auf durchschnittlich 52,60 US-Dollar pro Barrel. Das US-amerikanische Pendant, West Texas Intermediate, verbilligte sich im Monatsdurchschnitt um 7,1 % (in Euro: -7,4 %) auf 49,69 US-Dollar pro Barrel und der Preis für die Rohöl-Referenzsorte aus dem Nahen Osten fiel um 6,5 % (in Euro: -6,9 %) auf 51,48 US-Dollar pro Fass. Der durchschnittliche Preis für Rohöl verbilligte sich im März um 6,6 % (in Euro: -6,9 %) auf 51,26 US-Dollar pro Barrel. Ursachen für die gefallen Preise sind volle Rohöllager, der weitere Ausbau der Schieferölförderung in den USA und Zweifel an der anhaltenden Durchsetzbarkeit der Förderbeschränkung für Öl seitens der OPEC.

Der Durchschnittspreis für Erdgas fiel im März um 10,2 % (in Euro: -10,6 %), wobei sich der Durchschnittspreis für europäisches Erdgas um 22,9 % (in Euro: -23,2 %) verbilligte und der  Durchschnittspreis in den USA um 1,9 % (in Euro: 1,5 %) anstieg. In Europa verringerte sich auf Grund des warmen Wetters die Stromnachfrage erheblich. Gleichzeitig stieg das Energieangebot von Solar- und Wasserkraftanlagen. Weiterhin lieferte Katar mehr Flüssiggas. Der Preis für Kohle verbilligte sich ebenfalls und sank um 1,5 % (in Euro: -1,9 %) gegenüber dem Vormonat.

Index für Industrierohstoffe: -1,4 % (in Euro: -1,7 %)
Im März gaben die durchschnittlichen Preise für Industrierohstoffe leicht nach, nachdem sie im Vormonat deutlich gestiegen waren. Dabei fielen vor allem die Preise für agrarische Rohstoffe mit durchschnittlich 4,9 % (in Euro: -5,3 %). Während die Preise für Baumwolle um 2,5 % (in Euro: +2,1 %), für Wolle um 5,6 % (in Euro: +5,2 %) und für Häute um 2,0 % (in Euro: +1,6 %) stiegen, verbilligte sich Kautschuk um 11,0 % (in Euro: -11,3 %) gegenüber dem Vormonat. Die Preise für Kautschuk waren zuletzt im Januar stark gestiegen. Die Erwartung weiterhin günstiger Rohölpreise und die damit günstige Produktion von synthetischem Kautschuk als Substitut von Naturkautschuk sowie der Abbau von Lagerbeständen von Naturkautschuk in Thailand könnten unter anderem die Ursachen für den Rückgang des Kautschukpreises im März sein. Bei den NE-Metallen notierte Blei mit -1,9 % (in Euro: -2,3 %), Kupfer mit -2,0 % (in Euro: -2,4 %), Nickel mit -3.7 % (in Euro: -4,0 %), Zink mit -2,3 % (in Euro: -2,7 %) und Eisenerz mit -1,4 % (in Euro: -1,8 %) niedriger als im Vormonat. Zugleich stiegen die Preise für Aluminium um 2,4 % (in Euro: 2,0 %) und Zinn um 1,7 % (in Euro: +1,3 %). Unterschiedliche Erwartungen über die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft, insbesondere über das Wachstum von China, waren Ursache für die unterschiedlichen Preisentwicklungen der einzelnen Industrierohstoffe, besonders bei den NE-Metallen.

Index für Nahrungs- und Genussmittel: -3,7 % (in Euro: -4,1 %)
Die durchschnittlichen Preise für Nahrungs- und Genussmittel sind im März erneut gefallen. Dabei fielen die Preise für Getreide um 1,5 % (in Euro: -1,9 %), für Ölsaaten und Öl um 4,6 % (in Euro: -5,0 %), und für Genussmittel um 4,0 % (in Euro: -4,3 %) gegenüber dem Vormonat. Die Preise für Ölsaaten und Öle fielen aufgrund verbesserter Produktionsaussichten und damit verbundener höherer Angebotsmenge. Die Preise für Kaffee und Zucker gaben erneut nach, wobei der Preis für Zucker besonders stark fiel. Zucker verbilligte sich um 11,5 (in Euro: -11,8 %). Der Kaffeepreis fiel dagegen lediglich um 2,7 % (in Euro: -3,0 %). Grund für den Zuckerpreisverfall war ein steigendes Angebot durch brasilianische Produzenten, die ihre starken Zuckerernten angesichts einer schwachen Entwicklung der Bio-Ethanol-Produktion in Brasilien auf dem Weltmarkt brachten. Dem erhöhten Angebot stand weiterhin eine geringe Nachfrage gegenüber und so sanken die Preise für Zucker im März.

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