Pressemitteilung

02. Dezember 2010

HWWI-Rohstoffpreisindex ohne Energie erreicht neuen Allzeithöchststand

Der HWWI-Rohstoffpreisindex hat sich im Vergleich zum Vormonat auf Euro-Basis um gut 5,2 % und auf US-Dollar-Basis um 3,3 % erhöht. Damit nähert sich der Index immer mehr an seinen Höchststand vom Juli 2008 an. Auf US-Dollar-Basis liegt er derzeit noch um 28,3 % darunter (in Euro: +17,2 %).

Der Abstand hat bei den Energierohstoffen weniger abgenommen. Im Monatsdurchschnitt November 2010 lag der WTI-Rohölpreis in US-Dollar noch 38,9 % (in Euro: +30,6 %) unter dem Monatsdurchschnitt vom Juli 2008, der 140 Dollar erreicht hatte. Zwar hatte sich der Ölpreis wieder schnell von seinem 36-Dollar-pro-Barrel-Tief von Ende Dezember 2008 erholt, blieb aber seitdem weitestgehend in einer Spannbreite von 75 bis 85 US-Dollar pro Barrel. Im Vergleich zum Vormonat verteuerte sich der WTI-Ölpreis im November um 2,7 % (in Euro: +4,5 %). Gegen Ende des Monats stieg der Preis wieder auf über 84 Dollar pro Barrel an, da kaltes Wetter in Europa den Ölbedarf erhöhte. Zuvor hatte die Schuldenkrise in Europa und die Aussicht auf eine Dämpfung der Konjunkturentwicklung aufgrund einer stärkeren Inflationsbekämpfung in China dazu geführt, dass der Ölpreis von seinem Monatshöchststand von knapp 88 US-Dollar zurückging.

Für die Annäherung des HWWI-Rohstoffpreisindex an seine Höchststände vom Juli 2008 sind vor allem die gestiegenen Preise für Nahrungs- und Genussmittel sowie für Industrierohstoffe verantwortlich. So lag der Index ohne Energierohstoffe im November 2010 durchschnittlich 3,2 % (in Euro: +19,2 %) über dem Höchstwert vom Sommer 2008 und befindet sich damit auf einem Allzeithoch. Der unterschiedlich starke Preisanstieg erklärt sich durch die Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar. Während der Euro zum 1. Juli 2008 bei knapp 1,58 US-Dollar notierte, lag er Ende November 2010 bei unter 1,30.

Im abgelaufenen Monat stiegen die Baumwollpreise mit einem Plus von 17,3 Prozent (in Euro: +19,3 %) im HWWI-Rohstoffpreisindex ohne Energie am stärksten. Gleichzeitig erhöhten sich auch die Preise für Wolle aufgrund schlechter Ernten und fallender Lagerbestände um 11,8 % (in Euro: +13,8 %). Es spricht vieles dafür, dass in Pakistan, wo Überflutungen Plantagen zerstört haben, aber auch in China die Baumwollproduktion unter das Vorjahresniveau sinken wird. Jedoch gingen die Preise im Laufe des Monats November mit der Erwartung zurück, dass als Antwort auf die hohen Baumwollpreise die Anbauflächen beispielsweise in Australien und Brasilien ausgedehnt würden. Dies könnte im nächsten Erntejahr zu einem größeren Angebot führen.

Im Monatsvergleich stiegen auch die Pflanzenöle mit 7,6 % (in Euro: +9,6 %), Zucker mit 7,2 % (in Euro: +9,1 %), Kaffee mit 7,6 % (in Euro: +9,5 %) und Kautschuk mit 10,2 % (in Euro: +12,2 %). Starke Regenfälle in Südostasien haben das Kautschukangebot beschränkt. Für den Kautschukpreis spielt neben der Angebotssituation auch der Ölpreis eine Rolle, der entscheidend für die Produktionskosten von synthetischem Kautschuk ist.