Pressemitteilung

05. Oktober 2010

HWWI-Rohstoffpreisindex: Teilindices Getreide und Spinnstoffe steigen am stärksten, Kakao fällt

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist im September auf US-Dollar Basis um 1,4 % im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Aufgrund der Euroaufwertung blieb er dagegen auf Euro Basis nahezu unverändert (+0,1 %). Dabei nahmen der Index für die beiden Teilindices Getreide (knapp +10 %) und Spinnstoffe (+7,6 %) zu.

 

Nachdem Ernteausfälle in Russland im August zu einem Anstieg der Weizenpreise geführt hatten, haben Sorgen um eine schlechter ausfallende Maisernte in den USA die Preise für Nahrungsmittelrohstoffe Anfang bis Mitte September deutlich erhöht. Gegen Ende des Monats haben sich die Preise wieder normalisiert. Insgesamt führt dies aber dazu, dass der Europreis für Mais im September um 17,8 % höher als im Vormonat lag. Die Preissteigerungen für Weizen (+4,4 %), Reis (+3,9 %) und bei Gerste (+3 %) fielen  deutlich geringer aus. Überflutungen in Pakistan zerstörten große Teile der Baumwollernte und auch in China, der weltweit größte Baumwollproduzent, war das Wetter schlecht. In der Folge stieg der Preis für Baumwolle im Vergleich zum Vormonat um gut 10 % an und liegt damit um 79 % über dem Durchschnittspreis vom September 2009.

Im Euroindex ist der Rohstoffpreis für Zucker mit einem Plus von knapp 21 % im Vergleich zum Vormonat am stärksten gestiegen. Der Preis wurde durch Erwartungen in Brasilien getrieben, dem weltweiten Hauptexporteur von Rohrzucker, dass aufgrund trockener Wetterverhältnisse die Ernte schlechter als erhofft ausfallen könnte. Trotz des kräftigen Preisanstieges bei Zucker erhöhte sich der Teilindex Nahrungs- und Genussmittel nur um 4,2 %, da aufgrund guter Ernteaussichten in Westafrika der Kakaopreis um 7,6 % fiel. Bei den NE-Metallen ist Zinn weiter gestiegen (+7,7 %). Weiter sinkende Lagerbestände bei Zinn wurden als Indiz dafür gesehen, dass das Angebot nicht hinter der Nachfrage herkommt. Seit Anfang des Jahres sind die Zinnlagerbestände an der Londoner Metallbörse (LME) um 50 % gefallen.

Im September lagen die Tageswerte des HWWI-Rohstoffpreisindex in US-Dollar um knapp 6 % höher, während sie in Euro um 0,7 % nachgaben. Der WTI-Rohölpreis stieg im Monatsverlauf in US-Dollar um 8 % an. Er lag am letzten Handelstag im September bei 80 Dollar pro Barrel und erreichte damit sein Monatshoch. Dagegen erreichten die Tagespreise von Mais ihren Monatshöchststand Mitte September mit 521,8 US-Cent je Scheffel und fielen auf bis 495,9 US-Cent Ende des Monats.