Pressemitteilung

06. April 2010

HWWI-Rohstoffpreisindex auf dem höchsten Stand seit anderthalb Jahren

HWWI-Rohstoffpreisindex auf dem höchsten Stand seit anderthalb Jahren

Die Weltmarktpreise für Rohstoffe sind im März gestiegen. Der Monatswert des HWWI-Rohstoffpreisindex war in Euro 5,9 % höher als im Februar. Auf US-Dollar-Basis waren es 5,0 %.

Im Vorjahrsvergleich ist der HWWI-Rohstoffpreisindex in Euro um 52 % gestiegen. Bei Energierohstoffen war der Preisauftrieb wegen des Preisauftriebs bei Rohöl mit 61 % stärker als bei Industrierohstoffen (+46 %). Unter den Industrierohstoffen gab es überdurchschnittliche Verteuerungen bei NE-Metallen (+80 %) und Spinnstoffen (+75 %). Die Preise für Nahrungs- und Genussmittel erhöhten sich in den letzten zwölf Monaten insgesamt nur um 5 %. Dabei verbilligte sich Getreide (-11 %), während Pflanzenöle, Zucker und tropische Getränke deutlich teurer wurden.

Die Tageswerte des HWWI-Rohstoffpreisindex, die im Laufe des Monats Februar gestiegen waren, tendierten auch im März höher. Zum Monatsende war der HWWI-Index ohne Energierohstoffe auf Euro-Basis bereits wieder so hoch wie vor anderthalb Jahren. Gemessen am Höchststand Anfang Juli 2008 lagen die Preise Ende März nur 7 % darunter. Dagegen sind die Dollarpreise der Nicht-Energie-Rohstoffe gegenwärtig noch 20 % niedriger als Mitte 2008, und anders als die Preise in Euro sind sie in diesem Jahr nicht gestiegen. Die Rohölnotierungen erhöhten sich von Anfang bis Ende März um knapp 5 %.

Teures Eisenerz

Beim Vertragspreis für Eisenerz, der im HWWI-Index enthalten ist, zeichnet sich eine drastische Erhöhung (um etwa 90 %) ab. Bisher (seit 40 Jahren) wurde der Preis einmal im Jahr zwischen den großen Produzenten und der Stahlindustrie ausgehandelt. Er galt für ein Jahr, in Europa für das Kalenderjahr, andernorts ab April bis zum März des folgenden Jahres. Da die Spotpreise für Eisenerz, die nur einen kleineren, aber wachsenden Teil der globalen Lieferungen betreffen, in den letzten Monaten deutlich über den Vertragspreisen lagen, wollen die Produzenten die Laufzeiten verkürzen. Ab jetzt sollen die Vertragspreise nur für jeweils ein Quartal gelten. Die Verhandlungen sind weitgehend abgeschlossen. Sobald die neuen Preise vorliegen, wird der HWWI-Index entsprechend aktualisiert.