Pressemitteilung

02. Februar 2010

HWWI-Rohstoffpreisindex: Höhepunkt überschritten

HWWI-Rohstoffpreisindex: Höhepunkt überschritten

Die Weltmarktpreise für Rohstoffe haben sich im neuen Jahr nochmals erhöht. Der Monatswert des HWWI-Rohstoffpreisindex auf US-Dollar-Basis war im Januar 3,8 % höher als im Dezember. In Euro betrug der Anstieg 6,4 %.

Im Vorjahrsvergleich ist der HWWI-Rohstoffpreisindex in Euro um 47 % gestiegen. Bei Energierohstoffen war der Preisauftrieb mit 57 % deutlich stärker als bei Industrierohstoffen (+37 %). Unter den Industrierohstoffen ragten die NE-Metalle heraus (+76 %), die Kupferpreise verdoppelten sich sogar (+113 %). Die Preise für Nahrungs- und Genussmittel erhöhten sich in den letzten zwölf Monaten insgesamt kaum (+5 %). Überdurchschnittliche Steigerungen gab es aufgrund schlechter Ernten bei Kakao (+24 %) und Tee (+38 %). Der Zuckerpreis stieg sogar nach wetterbedingten Produktionsausfällen in den beiden größten Erzeugerländern, Brasilien und Indien, um 114 % auf ein langjähriges Rekordniveau. Dagegen verbilligten sich Getreide – insbesondere Weizen um 21 % – und Ölsaaten sowie etliche Pflanzenöle.

Die Tageswerte des HWWI-Rohstoffpreisindex erreichten ihren höchsten Stand in der ersten Januarhälfte, doch am Monatsende lagen sie unter dem Stand zu Jahresbeginn. Der HWWI-Index ohne Energierohstoffe, der von Anfang Oktober bis zur Jahreswende nahezu ununterbrochen gestiegen war, begann im Laufe des Januars zu fallen – in Euro wegen der Aufwertung der US-Währung weniger stark als in Dollar. Die Rohölpreise näherten sich Ende Januar wieder dem niedrigeren Niveau von Mitte Dezember, vor dem Anstieg infolge des Wintereinbruchs. Für den Richtungswechsel bei den meisten Rohstoffpreisen dürften die Dämpfungsmaßnahmen der chinesischen Regierung eine wichtige Rolle gespielt haben, die die Erwartung einer rasch fortschreitenden Erholung der globalen Rohstoffnachfrage gedämpft haben. Nicht alle Rohstoffpreise gingen zurück: weiter verteuert haben sich seit Anfang Januar Kautschuk, Zellstoff und vor allem Zucker.