Pressemitteilung

03. Februar 2011

HWWI-Rohstoffpreisindex steigt weiter

Der HWWI-Rohstoffpreisindex hat sich im Januar 2011 weiter erhöht. So stieg er im Vergleich zum Vormonat auf US-Dollar-Basis um 3,9 % und auf Euro-Basis um 2,8 %. Damit nähert sich der Index immer mehr seinem Höchststand vom Juli 2008 an.

Auf US-Dollar-Basis notierte Kohle mit 7,8 % (in Euro: 6,8 %) und Brentöl mit 5,6 % (in Euro: 4,5 %) höher als im Vormonatsdurchschnitt. Letzteres durchbrach am Ende des Monats die Grenze von 100 US-Dollar pro Barrel; einem Preis der zuletzt im Jahr 2008 erreicht wurde.

Der Preisanstieg bei Kohle war zum großen Teil auf die Überschwemmungen in Australien zurückzuführen. Aufgrund der Wassermassen mussten Kohleminen geschlossen werden, gleichzeitig wurde die Infrastruktur für den Abtransport der Kohle in Mitleidenschaft gezogen. Bei Rohöl waren es die schnell wachsende chinesische Energienachfrage und gute US-amerikanische Wirtschaftsdaten, die den Preis anstiegen ließen. Schließlich führten gegen Monatsende Sorgen, im Zuge der Unruhen in Ägypten könnten der Suez-Kanal und die Sumed-Pipeline geschlossen werden, zu kräftigen Ölpreisanstiegen.

Der Index ohne Energie, der seine Höchststände aus dem Jahre 2008 schon überschritten hat, stieg im Januar noch weiter an. Während er sich in US-Dollar um 5,3 % im Monatsvergleich erhöhte, stieg er in Euro um 4,2 %. Bei den Nahrungsmitteln verteuerten sich besonders Kokosöl um 17,7 % (in Euro: 16,3 %), Mais um 7,7 % (in Euro: 6,6 %), Sojabohnen um 6,4 % (in Euro: 5,3 %) und Weizen um 6,2 % (in Euro: 5,0 %). Seit Juni 2010 hat sich der Weizenpreis damit um über 80 % verteuert (in Euro: knapp 70 %). Zunächst erhöhten sich die Preise für einige Nahrungsmittelrohstoffe aufgrund von Angebotsausfällen und darauf folgende Ausfuhrbeschränkungen in einzelnen Ländern. So stoppte beispielsweise Russland seine Weizenexporte und zurzeit kaufen einige Länder Weizenbestände auf, um ihre Bevölkerung, die von stark steigenden Nahrungsmittelpreisen betroffen sind, mit ausreichend Weizen zu versorgen. Das betrifft auch Ägypten als weltweit größten Weizenimporteur.

Die Preise für Industrierohstoffe stiegen im Zuge der wachsenden weltweiten Konjunktur ebenfalls an. Bei den NE-Metallen erhöhten sich im Januar besonders Blei mit 8,1 % (in Euro: 7,1 %) und Nickel mit 6,5 % (in Euro: 5,3 %). Dagegen waren bei den Agrarrohstoffe die größten Preisanstiege bei Kautschuk mit 14,6 % (in Euro: 13,4 %) und Wolle mit 11,2 % (in Euro: 10,0 %) zu verzeichnen.