Pressemitteilung

06. April 2011

Öl lässt HWWI-Rohstoffpreisindex weiter steigen, dagegen fallen Preise für Getreide und NE-Metalle

Im März erhöhte sich der HWWI-Rohstoffpreisindex im Vergleich zum Vormonat auf US-Dollar-Basis um 8,1 %, während die Steigerung in Euro mit 5,4 % etwas geringer ausfiel. Diese Gesamtindex-Erhöhung ist im Wesentlichen auf einen gestiegenen Ölpreis zurückzuführen, der im Monatsvergleich um 11,4 % (in Euro: 8,6 %) anstieg. Der Kohlepreis blieb dagegen nahezu unverändert. Nachgegeben hat im Vergleich zum Vormonat der HWWI-Rohstoffindex ohne Energie.

Der anhaltende Konflikt in Libyen wirkt sich weiterhin preissteigernd auf Öl aus. Ende März notierte das Brentöl bei knapp 120 Dollar pro Barrel und ist damit so teuer wie seit 2 ½ Jahren nicht mehr. Zwischenzeitlich war der Brentölpreis von 116,5 Dollar pro Barrel Anfang des Monats März auf 110,9 Dollar gesunken, weil Saudi Arabien seine Ölförderung bis an die 9 Mio. Barrel pro Tag ausdehnte, um die Lieferausfälle Libyens auszugleichen. Sorgen auf dem Ölmarkt, dass Libyen als Öllieferant für eine längere Zeit ausfallen könnte, ließen den Ölpreis jedoch wieder ansteigen. Ein Ende der Kämpfe ist trotz der von der UN gebilligten Intervention gegen das Regime Gaddafis nicht abzusehen. Zudem könnten wichtige Ölförderanlagen und Häfen des Landes durch die Auseinandersetzungen beschädigt worden sein.

Der HWWI-Rohstoffindex ohne Energie hat im Vergleich zum Vormonat um 1,5 % (in Euro: -4,0 %) nachgegeben. Der Unterindex „NE-Metalle“ sank um 1,3 % (in Euro: -3,8 %). Dabei gaben am stärks-ten die Preise für Nickel -5,1 % (in Euro: -7,5 %), Zink -4,7 % (in Euro: -7,1 %) und Kupfer -3,4 % (in Eu-ro: -5,8 %) nach. Preisdämpfend auf Kupfer hat sich ausgewirkt, dass die Kupferlagerbestände in China gut gefüllt sich und dort zunehmend Kupferschrott angeboten wurde. Die „Agrarischen Rohstoffe“ sanken um 2 % (in Euro: 4,4 %). Vor allem der Preis für Kautschuk verbilligte sich mit -13,8 % (in Euro: -16,0 %) im Monatsdurchschnitt. Weil nach der Erdbebenkatastrophe in Japan Autofabriken still standen, wurde ein geringerer Kautschukverbrauch für die Reifenherstellung erwartet.

Der HWWI-Rohstoffindex für Getreide ist im März um 3,5 % (in Euro: -5,9 %) gefallen. Während sich der Preis für Weizen um 8,2 % (in Euro: -10,5 %) verbilligte, sank er für Reis um 4,7 % (in Euro: -7,1 %) und Mais um 0,7 % (in Euro: -3,2 %). Jedoch stiegen die Tagesnotierungen für Weizen und Mais gegen Ende des Monats kräftig an. Das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium hat seine Schätzungen zu den Lagerbeständen an Mais reduziert. Zudem hat sich die Maisaussaat in den USA verzögert, welches die nächste Ernte verschlechtern könnte. Die USA sind der größte Maisexporteur weltweit. Seit letztem Sommer haben sich die Maispreise um 97,9 % (in Euro: 72,7 %) und die Weizenpreise um 79 % (in Euro: 56,1 %) erhöht.

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