Pressemitteilung

05. Mai 2011

HWWI-Rohstoffpreisindex steigt seit Ende 2010 kontinuierlich an

Der HWWI-Rohstoffpreisindex hat sich im April 2011 auf US-Dollar-Basis um 6,1 % und in Euro um knapp 3 % erhöht. Der Index ist damit seit Januar um 20 % Prozent (in Euro: +11 %) angestiegen. Im Vergleich zum Oktober 2010 sogar um 36,4 % (in Euro 31,2 %). Zu diesem Anstieg hat besonders der höhere Ölpreis beigetragen.

Im April stieg der Preis für die Ölsorte Brent auf nahezu 127 Dollar pro Barrel an. Gerade die Sorge über die weitere Ölversorgung beeinflusste die Erwartungen der Anleger. In Libyen hält der Konflikt weiter an und auch in anderen arabischen Ländern wie in Syrien gehen die Menschen auf die Straße, um gegen ihre Regierungen zu protestieren. Im Februar hatte Saudi Arabien, der größte Ölproduzent in der OPEC, seine Förderung ausgedehnt, um die Produktionsausfälle Libyens auszugleichen. Jedoch hat Mitte April der Ölminister Saudi Arabiens mitgeteilt, das Land habe die Ölförderung im März wieder zurückgefahren, weil der Ölmarkt gut versorgt sei.

Eine Überversorgung müsste sich in sinkenden Ölpreisen zeigen. Dies ist jedoch nicht der Fall, im Gegenteil seit Anfang des Jahres ist der Brentölpreis um gut 28 % (in Euro: 18,5 %) angestiegen; allein im April um nahezu 8 % (in Euro: 4,6 %). Entweder Saudi Arabien täuscht sich und verknappt den Ölmarkt oder die Ölnachfrage geht stark zurück. Die hohen Ölpreise wären im letzteren Fall dann nur durch die Sorgen der Anleger, dass sich das Ölangebot zunehmend verknappen könnte, zu erklären und hätten keine fundamentale Erklärungsgrundlage.

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ohne Energie ist im Vergleich zum Vormonat um knapp 4 % (in Euro: 2,9 %) angestiegen. Damit liegt er aktuell gut 11 % (in Euro: 21,3 %) über dem Hoch aus dem Jahre 2008. Der Unterindex „NE-Metalle“ erhöhte sich im April um 1,9 % (in Euro: -1,2 %), wobei sich Zinn um 5,6 % (in Euro: 2,4 %), Aluminium um 4,5 % (in Euro: 1,3 %), und Blei um 4,1 % (in Euro: 0,9 %) verteuerte. Die Preise von Nickel und Kupfer vergünstigten sich dagegen um 1,7 % beziehungsweise um 0,6 %. Der Kupferpreis gab vor allem deshalb nach, weil China mit Hilfe einer restriktiven Geldpolitik anstrebt, sein Wirtschaftswachstum zu verlangsamen. China fragt für seine stark wachsende Wirtschaft bisher weltweit besonders viel Kupfer nach. Die „Agrarischen Rohstoffe“ erhöhten sich um 3,5 % (in Euro: 0,3 %).

Während der HWWI-Rohstoffpreisindex für Getreide sich im April um 7 % (in Euro: 3,8 %) erhöhte, sank der Index für Genussmittel um 1 %. Dies ist besonders auf Preisrückgänge bei Kakao zurückzuführen, dessen Preis sich im Vergleich zum Vormonat um 8 % reduzierte. Die Hoffnung der Märkte, dass die politischen Unruhen in der Elfenbeinküste, das fast 40 % des weltweiten Kakaos produziert, ein baldiges Ende haben könnten, führten zu einem Sinken des Kakaopreises. Wegen des Bürgerkrieges hatte die Europäische Union ein Embargo gegen die Elfenbeinküste erhoben mit der Folge, dass sich große Mengen an Kakao in den Häfen des Landes anhäuften. Während im Index für Genussmittel neben dem Kakaopreis auch der Zuckerpreis nachgab (- 9,8 %; in Euro: -12,5%), stieg der Kaffeepreis um 2,8 % (in Euro: -0,4 %) an.


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